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Ratgeber

Baukasten oder Webagentur: was passt zu Ihrem Betrieb?

Ob Baukasten oder Webagentur passt, entscheidet vor allem der Zweck Ihrer Website. Ein Baukasten reicht, wenn Sie wenige Seiten selbst gestalten, Zeit dafür haben und mit den Grenzen der Vorlage leben können. Eine Webagentur lohnt sich, wenn die Website Anfragen bringen, eigene Funktionen haben oder mit wenig eigenem Zeitaufwand entstehen soll.

Porträt von Jamie Schmenger

Autor: Jamie Schmenger, Inhaber und Entwickler

Veröffentlicht am

Was ein Baukasten ist und was er kann

Ein Baukasten ist eine gemietete Website: Sie stellen sie im Browser aus Vorlagen und Blöcken zusammen, der Anbieter betreibt sie auf seinen Servern und verrechnet für den Auftritt unter eigener Domain ein Abo.

Sie wählen eine Vorlage, ersetzen Texte und Bilder, fügen Seiten hinzu und veröffentlichen das Ergebnis, ohne Code zu schreiben. Bei Wix etwa wird das Hosting beim Veröffentlichen automatisch eingerichtet, und Aktualisierungen der Software spielt Wix selbst ein.

Vorteile eines Homepage-Baukastens

  • schnell starten, auch ohne technische Vorkenntnisse
  • Texte, Bilder und Seiten jederzeit selbst ändern
  • Server, Sicherheit und Aktualisierungen dem Anbieter überlassen
  • mit einem überschaubaren, regelmässigen Betrag rechnen

Nachteile und Grenzen

  • Die Gestaltung bewegt sich im Rahmen der Vorlagen und Blöcke, die der Anbieter bereitstellt.
  • Funktionen gibt es nur, soweit der Anbieter oder seine Erweiterungen sie vorsehen.
  • Die Website ist an die Technik des Anbieters gebunden; was sich beim Wechsel mitnehmen lässt, steht weiter unten.
  • Aufbau, Texte, Bilder und die laufende Pflege bleiben Ihre Arbeit.

Wann ein Baukasten reicht

Für einen kleinen Auftritt kann der Baukasten die vernünftigste Lösung sein. Das ist kein Kompromiss, sondern eine Frage des Zwecks.

Ob Sie Ihre Website selber machen oder machen lassen sollten, lässt sich an wenigen Fragen ablesen. Ein Baukasten passt gut, wenn die meisten der folgenden Punkte auf Sie zutreffen:

  • Die Website soll vor allem zeigen, dass es Sie gibt, was Sie anbieten und wie man Sie erreicht.
  • Drei bis fünf Seiten genügen, etwa Start, Angebot, Über uns und Kontakt.
  • Sie brauchen keine Funktion, die über Formular, Bildergalerie oder Karte hinausgeht.
  • Sie gestalten gern selbst und nehmen sich die Zeit für Aufbau und Pflege.
  • Sie wollen eine Idee zuerst ausprobieren, bevor Sie mehr investieren.

Das trifft etwa auf einen Verein zu oder auf einen kleinen Betrieb, dessen Kundschaft die Website nur nachschlägt.

Kurz gesagt

Soll die Website informieren und nicht verkaufen, und machen Sie die Arbeit gern selbst, ist ein Baukasten meist die richtige Wahl. Eine Agentur bringt Ihnen dann wenig, was den Mehraufwand rechtfertigt.

Wann sich eine Webagentur lohnt

Der Auftrag an eine Agentur lohnt sich, wenn die Website eine Aufgabe im Geschäft übernimmt, statt nur präsent zu sein.
  • Die Website soll Anfragen bringen

    Wer über Google neue Kundschaft gewinnen will, steht im Wettbewerb mit anderen Anbietern. Dann zählen ein klarer Aufbau, gut gegliederte Inhalte je Leistung und saubere Technik bis ins Detail.

  • Ihr Betrieb braucht eigene Funktionen

    Ein Rechner für Ihr Angebot, ein Konfigurator oder ein Pflegebereich, der genau zu Ihrem Ablauf passt: Ein Baukasten bietet so etwas nur, soweit der Anbieter fertige Blöcke oder Erweiterungen dafür vorsieht. Eine Agentur baut es für Ihren Fall.

  • Ihnen fehlt die Zeit

    Struktur, Texte, Bilder und Technik kosten beim Selbstbau viele Stunden. Beim Auftrag liefern Sie Inhalte und Rückmeldungen, den Aufbau übernimmt die Agentur.

  • Eine bestehende Website wird ersetzt

    Hat Ihre heutige Website Besucher und Positionen bei Google, müssen Inhalte vollständig übernommen und alte Adressen weitergeleitet werden. Das ist eher Handwerk als Gestaltung.

Trifft einer dieser Punkte zu, lohnt sich zumindest eine Offerte zum Vergleich. Welche Leistungen ein Auftrag bei Apex Design umfasst, zeigt die Seite Website erstellen lassen.

Kosten über mehrere Jahre betrachtet

Beim Baukasten zahlen Sie wenig auf einmal und laufend ein Abo, bei der Agentur einen grösseren Betrag für den Bau und danach den Betrieb. Ein fairer Vergleich schaut deshalb auf mehrere Jahre.

Was beim Baukasten anfällt

  • Das Abo: Bei Squarespace etwa lässt es sich wahlweise monatlich oder jährlich begleichen, und welche Funktionen enthalten sind, hängt von der gewählten Stufe ab.
  • Die Domain: Eine .ch-Adresse, die Ihr Betrieb schon besitzt, lässt sich etwa bei Wix mit der Website verbinden, allerdings erst mit einem Premiumpaket. Bei einer Domain vom Baukastenanbieter selbst lohnt der Blick auf Einführungsangebote: Eine bei Squarespace im Jahresabo enthaltene Domain ist nur im ersten Jahr kostenlos und wird danach zum Standardpreis verlängert.
  • Erweiterungen: etwa für einen Shop, Buchungen oder zusätzliche Postfächer, je nach Anbieter als eigener Posten.
  • Ihre Zeit: für Aufbau, Texte, Bilder und jede spätere Änderung.

Was bei einer Webagentur anfällt

  • Der Bau: ein einmaliger Betrag, der sich nach Umfang, Funktionen und Inhalten richtet.
  • Der Betrieb: wiederkehrend für Hosting, Sicherungen und Aktualisierungen, dazu Domain und allfällige Postfächer.
  • Spätere Erweiterungen: nach Aufwand, soweit Sie Änderungen nicht selbst im Pflegebereich vornehmen.

Ihre eigene Arbeitszeit steht auf keiner Rechnung, kann aber der grösste Posten auf der Seite des Baukastens sein. Schätzen Sie die Stunden ehrlich und setzen Sie sie mit dem Wert an, den eine Stunde in Ihrem Betrieb sonst hat. Bei Apex Design stehen Bau und Betrieb als getrennte Teile in der Offerte. Wie sich beide zusammensetzen, zeigt die Übersicht darüber, was eine Website bei Apex Design kostet.

Inhalte mitnehmen: Export und Bindung an den Anbieter

Was beim Abschied vom Anbieter mitkommt, klären Sie am besten, bevor Sie die erste Seite bauen.

Eine Baukasten-Website ist an die Technik ihres Anbieters gebunden. Wie eng, zeigen die Hilfeseiten zweier bekannter Anbieter:

  • Wix schreibt, eine Website müsse auf den Servern von Wix gehostet und betrieben werden, damit sie richtig funktioniert. Die Domain dagegen können Sie bei einem anderen Anbieter kaufen und verwalten.
  • Squarespace erlaubt einen Export als Datei im Format von WordPress. Er umfasst unter anderem Layout-Seiten, eine einzige Blog-Seite sowie Text- und Bildblöcke; Text aus anderen Blöcken kommt nur mit minimaler Struktur mit. Nicht exportiert werden unter anderem Shop- und Portfolio-Seiten, Produkt- und Video-Blöcke, die Stil-Einstellungen und eigenes CSS.

Wem die Inhalte gehören

Das regeln die Nutzungsbedingungen des jeweiligen Anbieters. Wix hält in der genannten Hilfe fest, dass die Inhalte, die Sie auf Wix erstellen, Ihnen gehören. Dass Ihnen Texte und Bilder gehören, heisst aber nicht, dass Gestaltung und Funktionen mitkommen. Ein Wechsel weg vom Baukasten ist deshalb fast immer ein Neuaufbau, bei dem die Inhalte übernommen werden.

So bleiben Sie unabhängig

  • Ob Sie einen Website-Baukasten aus der Schweiz oder einen internationalen Dienst wählen: Klären Sie vor dem Start, was sich exportieren lässt und ob die Domain bei einem anderen Anbieter liegen darf.
  • Bewahren Sie Originale Ihrer Texte, Fotos und Dokumente in einem eigenen Ordner auf, nicht nur im Baukasten.
  • Führen Sie eine Liste Ihrer Seiten samt Adressen; sie hilft später bei den Weiterleitungen.
  • Legen Sie Zugangsdaten so ab, dass im Betrieb mehr als eine Person sie findet.

Wem Code, Gestaltung und Texte gehören, wenn eine Agentur baut, und auf wen die Domain laufen sollte, behandelt der Artikel über Rechte beim Wechsel des Webdesigners.

Später vom Baukasten wechseln

Manche Betriebe beginnen mit einem Baukasten und wechseln, wenn die Website mehr leisten soll. Der Umstieg gelingt, wenn er in der richtigen Reihenfolge geschieht.
  1. Inhalte sichern: alle Seiten, Bilder und Dokumente der heutigen Website, dazu die Liste der Adressen.
  2. Neu aufbauen: Die neue Website entsteht auf einer separaten Testadresse, während die Baukasten-Website weiterläuft.
  3. Weiterleitungen vorbereiten: Unterscheiden sich die neuen Adressen von denen des Baukastens, braucht jede alte Adresse eine dauerhafte Weiterleitung zur inhaltlich entsprechenden neuen Seite. Google empfiehlt dafür eine vorbereitete Zuordnung von alten zu neuen Adressen.
  4. Domain umstellen: Erst wenn die neue Website fertig ist, zeigt Ihre Domain auf sie; mit der Umstellung werden die vorbereiteten Weiterleitungen wirksam. Liegen Ihre Postfächer beim selben Anbieter, klären Sie vorher, wo sie künftig laufen; worauf es dabei ankommt, erklärt der Artikel über Domain, Hosting und E-Mail.
  5. Abo kündigen: erst, wenn die neue Website unter Ihrer Domain läuft und alles gesichert ist.

Bei Apex Design ist dieser Schritt ein Wechsel mit einem Relaunch: Die Inhalte werden vollständig übernommen, die Website neu gebaut. Wie ein solcher Wechsel aussehen kann, zeigen die Fallstudien PowerPack GmbH und Habrintech GmbH: Beide Betriebe hatten vorher eine Baukasten-Website.

Worauf es beim Wechsel für Ihre Positionen bei Google ankommt, beschreibt die Checkliste Relaunch ohne Rankingverlust. Mehr zu Umstieg und Betrieb finden Sie, wenn Sie alle Ratgeberartikel durchsehen.

FAQ

Häufige Fragen: Baukasten oder Webagentur

Ja, allerdings ist das in der Regel ein Neubau und kein Umzug. Gestaltung und Funktionen hängen an der Technik des Anbieters und bleiben dort; Texte, Bilder und Dokumente nehmen Sie mit, notfalls direkt von der öffentlichen Website. Ihre Domain können Sie behalten. Wichtig sind zwei Dinge: Jede bisherige Adresse führt per Weiterleitung zur entsprechenden neuen Seite, und das Abo kündigen Sie erst, wenn die neue Website unter Ihrer Domain erreichbar ist.

Nicht wegen des Baukastens an sich. Googles technische Mindestanforderungen verlangen kein bestimmtes System, sondern dass der Googlebot die Seite abrufen kann, sie mit dem Statuscode 200 antwortet und indexierbare Inhalte enthält. Diese Anforderungen kann eine Baukasten-Website genauso erfüllen wie jede andere; eine Aufnahme in den Index garantiert Google allerdings keiner Website. Grenzen setzt ein Baukasten dort, wo sich Seitentitel, Adressen oder Ladezeit nur so weit einstellen lassen, wie der Anbieter es vorsieht.

Für Vereine, Einzelpersonen und kleine Betriebe, die mit wenigen Seiten auskommen, gern selbst gestalten und sich die Zeit dafür nehmen. Auch wer eine Geschäftsidee zuerst ausprobieren oder vor allem Angebot, Öffnungszeiten und Kontakt zeigen möchte, ist mit einem Baukasten gut bedient. Sobald die Website gezielt Kundschaft gewinnen oder Abläufe im Betrieb abbilden soll, lohnt sich der Vergleich mit einer Offerte.

Quellen

  1. Technische Anforderungen für die Google Suche (öffnet in neuem Tab)Google Search Central, developers.google.com, abgerufen am
  2. Deine Website von Wix exportieren oder an anderer Stelle einbetten (öffnet in neuem Tab)Wix.com, Hilfe-Center, support.wix.com, abgerufen am
  3. Deine Website exportieren (öffnet in neuem Tab)Squarespace, Hilfe-Center, support.squarespace.com, abgerufen am
  4. Squarespace Abomodelle und Funktionen (öffnet in neuem Tab)Squarespace, de.squarespace.com, abgerufen am
  5. Website migrieren (öffnet in neuem Tab)Google Search Central, developers.google.com, abgerufen am

Den eigenen Fall einordnen

Schreiben Sie uns, welche Aufgabe Ihre Website übernehmen soll. Mit der Offerte sehen Sie die fertige Website als Vorschau und können beides in Ruhe mit dem Aufwand für einen Baukasten vergleichen.