Zum Inhalt springen

Ratgeber

Website selbst pflegen: was ein Pflegebereich können muss

Ein guter Pflegebereich lässt Sie genau das ändern, was sich in Ihrem Betrieb häufig ändert, etwa Angebote, Termine, Stellen oder Inserate, ohne dass Sie das Layout beschädigen können. Er lässt sich auch vom Handy aus bedienen und bewahrt frühere Fassungen auf.

Porträt von Jamie Schmenger

Autor: Jamie Schmenger, Inhaber und Entwickler

Veröffentlicht am

Was Sie selbst ändern sollten und was nicht

Wer seine Website selbst pflegen will, ändert am besten alles, was sich oft ändert und schnell stimmen muss. Aufbau, Gestaltung und Technik bleiben besser bei dem Anbieter, der die Website gebaut hat.

Das pflegen Sie am besten selbst

  • Angebote und Aktionen, jeweils mit Bild und Gültigkeit
  • Termine, Anlässe und geänderte Öffnungszeiten, etwa an Feiertagen
  • offene Stellen und Lehrstellen
  • Inserate, etwa verfügbare Maschinen, Fahrzeuge oder Objekte
  • Neuigkeiten, kurze Hinweise und einzelne Bilder
  • in einem Shop die Artikel selbst; mehr dazu unter Artikel und Preise im Online-Shop pflegen

Das bleibt besser beim Anbieter

  • Aufbau der Seiten, Menü und Startseite
  • Gestaltung, Schriften und Farben
  • Seitenadressen und die technischen Angaben für Suchmaschinen
  • neue Seiten und neue Funktionen

Wer im Betrieb pflegt

Legen Sie fest, wer Inhalte ändert, bevor der Pflegebereich entsteht. Arbeiten mehrere Personen daran, ist ein eigener Zugang für jede sinnvoll: Scheidet jemand aus, sperren Sie nur diesen Zugang, und es bleibt nachvollziehbar, wer was geändert hat. Ebenso hilft eine kurze Übergabe an eine Stellvertretung, damit Angebote auch in den Ferien stimmen.

Diese Trennung schützt die Website: Ein Feld für den Text eines Angebots kann das Layout nicht verschieben, ein frei bearbeitbarer Seitenaufbau schon. Ein guter Pflegebereich zeigt deshalb nur die Felder, die Sie brauchen, markiert fehlende Pflichtangaben und sagt klar, was gespeichert ist und was noch nicht.

Eigener Pflegebereich oder WordPress

WordPress ist ein verbreitetes, quelloffenes Content-Management-System (CMS) für ganze Websites. Ein eigener Pflegebereich erfüllt denselben Zweck, ist aber auf die Inhalte einer einzelnen Website zugeschnitten. Beides kann passen; entscheidend ist, wer was ändert.

WordPress

  • Ein allgemeines System mit Seiteneditor, Designvorlagen (Themes) und Erweiterungen (Plugins); fast alles lässt sich im System selbst ändern.
  • Frühere Stände von Seiten und Beiträgen speichert WordPress als Revisionen und kann sie wiederherstellen.
  • Das System will aktuell gehalten werden. Kleinere Aktualisierungen und Sicherheitsaktualisierungen spielt WordPress seit Version 3.7 meist selbst ein; vor einer Aktualisierung empfiehlt die Dokumentation von WordPress, zuerst die Website zu sichern. Die Aktualisierungen kann auch übernehmen, wer die Website betreibt.
  • Je mehr sich im Editor frei ändern lässt, desto leichter verschiebt man auch ungewollt etwas an der Gestaltung.

Eigener Pflegebereich

  • Nur die Inhalte, die sich in Ihrem Betrieb ändern, jeweils als Formular mit festen Feldern wie Titel, Text, Bild und Gültigkeit.
  • Aufbau und Gestaltung sind im Code festgelegt und lassen sich im Pflegebereich nicht verstellen.
  • Die Technik hält aktuell, wer die Website betreibt; Sie selbst müssen keine Erweiterungen aktualisieren.
  • Eine neue Art von Inhalt, etwa ein Veranstaltungskalender, braucht eine Erweiterung durch den Anbieter.
  • Wechseln Sie später den Anbieter, muss sich der neue erst in den Code einarbeiten. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie Quelldateien und Daten erhalten; worauf es beim Wechsel des Webdesigners ankommt, zeigt ein eigener Ratgeber.

Bei Apex Design gibt es den Pflegebereich auf Wunsch. Welche Inhalte Sie darin selbst ändern, wird vor dem Bau festgelegt; wie eine neue Website entsteht, steht unter Website erstellen lassen.

Bedienung vom Handy aus

Viele Änderungen entstehen unterwegs, im Laden oder in der Werkstatt, nicht am Schreibtisch. Ein Pflegebereich sollte deshalb auf dem Handy genauso gut gehen wie am Computer.

Worauf Sie achten sollten:

  • Formulare in einer Spalte, genügend grosse Schaltflächen und gut lesbare Schrift auf kleinen Bildschirmen
  • Datum und Uhrzeit über die gewohnte Auswahl des Handys statt über Eintippen
  • Fotos direkt aus der Kamera oder der Fotomediathek
  • verständliche Meldungen auf Deutsch, auch wenn etwas nicht klappt
  • ein Hinweis, bevor Sie eine Seite mit ungespeicherten Änderungen verlassen

Probieren Sie den Pflegebereich bei der Übergabe auf Ihrem eigenen Handy aus: ein Angebot erfassen, ein Foto hochladen, speichern und auf der Website nachsehen. Was dabei hakt, lässt sich vor dem Go-Live am einfachsten klären.

Bilder und Dokumente hochladen

Fotos vom Handy sind gross und oft in einem Format gespeichert, das nicht jeder Browser anzeigt. Das sollte der Pflegebereich für Sie lösen, statt es Ihnen zu überlassen.

Fotos

Das iPhone speichert Fotos in der von Apple empfohlenen Einstellung im Format HEIF, das bei gleicher Qualität weniger Platz braucht als JPEG. Ein Pflegebereich, der für den Alltag gebaut ist, nimmt solche Fotos an und wandelt sie beim Hochladen um. Ebenso sollte er grosse Bilder selbst verkleinern, damit die Website schnell bleibt, und sie aufrecht zeigen, egal wie das Handy beim Fotografieren gehalten wurde.

Dokumente

Prospekte, Menükarten oder Preislisten kommen meist als PDF. Wichtig sind eine Obergrenze für die Dateigrösse, die im Pflegebereich angezeigt wird, und eine Meldung auf Deutsch, wenn eine Datei zu gross ist oder das Hochladen scheitert. Eine Fehlermeldung, die niemand versteht, führt sonst zum Anruf.

Beschreibung zu jedem Bild

Jedes Bild braucht einen kurzen Beschreibungstext, den Alternativtext. Er hilft Menschen, die Bilder nicht sehen und sich die Seite vorlesen lassen, und Google bezeichnet ihn als wichtigstes Attribut, um ein Bild näher zu beschreiben. Ein gutes Formular fragt ihn beim Hochladen gleich mit ab.

Frühere Fassungen und Fehler rückgängig machen

Fehler passieren, gerade unter Zeitdruck. Entscheidend ist, dass sich ein früherer Stand mit wenigen Klicks zurückholen lässt.
  • Frühere Fassungen: Der Pflegebereich bewahrt frühere Stände eines Textes auf. Sie sehen, was sich geändert hat, und stellen bei Bedarf einen früheren Stand wieder her.
  • Papierkorb: Gelöschte Einträge verschwinden sofort von der Website, bleiben aber eine Zeit lang im Papierkorb und lassen sich von dort zurückholen.
  • Rückfrage vor dem Löschen: Eine kurze Frage, ob Sie wirklich löschen wollen, verhindert die meisten Versehen.
  • Datensicherung: Unabhängig vom Pflegebereich gehört eine regelmässige Sicherung von Website und Datenbank zum Betrieb.

In einem Pflegebereich, den Apex Design gebaut hat, bleiben zum Beispiel die 30 neuesten Fassungen jedes Textes und sein Stand beim Start erhalten, und gelöschte Einträge liegen 30 Tage im Papierkorb. Welche dieser Sicherungen Ihr Pflegebereich haben soll, gehört wie jede andere Funktion in die Offerte.

Kurz gesagt

Gut ist ein Pflegebereich, der genau Ihre wechselnden Inhalte abdeckt, auf dem Handy funktioniert, Fotos selbst aufbereitet und Fehler rückgängig machen lässt. Alles andere darf ruhig beim Anbieter bleiben.

Beispiele aus der Praxis

Zwei Websites von Apex Design zeigen, wie verschieden ein Pflegebereich aussieht, je nachdem, was sich im Betrieb ändert.

Ein Supermarkt: Angebote der Woche

Bizim Market in Waltrop stellt Angebote mit Bild und Gültigkeit, den Prospekt als PDF, Neuigkeiten und offene Stellen selbst ein, vom Handy aus. Abgelaufene Angebote verschwinden von selbst. Die Einzelheiten zeigt die Fallstudie Wochenangebote bei Bizim Market.

Ein Technikbetrieb: Maschinen als Inserate

Bei Habrintech in Dietschwil erfasst der Betrieb verfügbare Maschinen selbst, jeweils mit Name, Zustand, Beschreibung und Bild, und ändert oder entfernt sie jederzeit. Wie das auf der Website erscheint, zeigt die Fallstudie Occasionsmaschinen bei Habrintech.

Welche Inhalte Sie selbst pflegen wollen, gehört an den Anfang eines Projekts, weil sich der Pflegebereich danach richtet. Was vor dem Auftrag sonst noch zu klären ist, zeigt die Übersicht über alle Ratgeberartikel.

FAQ

Häufige Fragen zur Selbstpflege

Nein. WordPress ist ein verbreitetes, quelloffenes Content-Management-System (CMS), mit dem sich Websites pflegen lassen, aber nicht der einzige Weg. Eine Website kann auch einen eigenen Pflegebereich erhalten, der genau die Inhalte abdeckt, die Sie regelmässig ändern, etwa Angebote, Stellen oder Inserate. Welcher Weg passt, hängt davon ab, was Sie selbst ändern wollen und wer die Technik aktuell hält.

Wenn der Pflegebereich dafür gebaut ist, ja. Dazu gehört, dass er Fotos im Format HEIF annimmt, in dem das iPhone in der von Apple empfohlenen Einstellung fotografiert, und sie beim Hochladen in ein Format umwandelt, das jeder Browser anzeigt. Fragen Sie vor dem Auftrag, ob das Hochladen vom Handy vorgesehen ist, und probieren Sie es bei der Übergabe mit einem eigenen Foto aus.

Das hängt davon ab, was der Pflegebereich aufbewahrt. Gut gebaute Pflegebereiche fragen vor dem Löschen nach, legen gelöschte Einträge zuerst in einen Papierkorb und bewahren frühere Fassungen von Texten auf, sodass Sie einen früheren Stand zurückholen können. Unabhängig davon gehört eine regelmässige Datensicherung zum Betrieb einer Website. Klären Sie vor dem Auftrag, welche dieser Sicherungen Ihr Pflegebereich hat.

Quellen

  1. About WordPress (öffnet in neuem Tab)WordPress.org, wordpress.org, abgerufen am
  2. Revisions (öffnet in neuem Tab)WordPress.org, Dokumentation, wordpress.org, abgerufen am
  3. Updating WordPress (öffnet in neuem Tab)WordPress.org, Dokumentation, wordpress.org, abgerufen am
  4. HEIF- oder HEVC-Medien auf Apple-Geräten verwenden (öffnet in neuem Tab)Apple Support, support.apple.com, abgerufen am
  5. Best Practices für die Bildoptimierung bei Google Bilder (öffnet in neuem Tab)Google Search Central, developers.google.com, abgerufen am

Den passenden Pflegebereich planen

Nennen Sie uns die Inhalte, die sich in Ihrem Betrieb häufig ändern. Auf genau diese Inhalte wird der Pflegebereich Ihrer Website ausgelegt, und die Offerte hält fest, was er abdeckt.