Ratgeber
Domain, Hosting und E-Mail: der Unterschied
Die Domain ist die Adresse Ihrer Website, das Hosting der Server, auf dem sie läuft, und die E-Mail ein eigener Dienst, der dieselbe Domain nutzt. Alle drei können bei verschiedenen Anbietern liegen; wichtig ist vor allem, dass die Domain auf Ihren Betrieb registriert ist.

Autor: Jamie Schmenger, Inhaber und Entwickler
Veröffentlicht am
Die Domain: Ihre Adresse im Internet
Computer im Internet finden einander über numerische IP-Adressen; das Domain Name System (DNS) übersetzt den merkbaren Namen in die Adresse des Servers. Weil jeder Name nur einmal vergeben wird, führt für jede Endung eine zentrale Stelle das Verzeichnis, die Registry. Für .ch und .li ist das Switch.
Eine .ch-Domain registrieren Sie nicht direkt bei Switch, sondern über einen anerkannten Registrar. Viele Hosting-Anbieter sind zugleich Registrar, nötig ist das aber nicht.
Was Sie über Ihre Domain wissen sollten
- Halter: Wer als Halter eingetragen ist, verfügt über die Domain.
- Registrar: Er führt die Registrierung im Auftrag des Halters; Änderungen daran laufen über ihn.
- Transfercode: Ein Code, den der bisherige Registrar ausgibt und den es für den Wechsel zu einem anderen Registrar braucht (Auth-Code).
- Rechnungen: Die Registrierung kostet in der Regel etwas; die Rechnungen sollten an eine Adresse gehen, die jemand liest. Wird eine Domain gelöscht, sind Website und E-Mail unter diesem Namen nicht mehr erreichbar.
Wie Sie vor einem Wechsel prüfen, auf wen die Domain läuft, und wie Sie zum Transfercode kommen, erklärt ein eigener Ratgeber. Apex Design hält in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen fest, dass die Domain dem Besteller gehört und auf seinen Namen registriert wird, wenn Apex Design sie für ihn verwaltet (Ziffer 8.6).
Das Hosting: wo die Website läuft
Auf diesem Server liegt alles, was die Website ausmacht: die Seiten selbst, Bilder, Dokumente und bei einem Pflegebereich die Datenbank mit Ihren Inhalten.
Die häufigsten Formen
- Geteiltes Hosting: Viele Websites teilen sich einen Server; solche Pakete enthalten oft auch Postfächer und die Registrierung der Domain. Sie genügen für viele Websites, auch mit Pflegebereich: WordPress etwa nennt als Anforderungen an das Hosting nur PHP, eine Datenbank und HTTPS.
- Eigene Umgebung: Die Website läuft auf einem eigenen Server oder in einem eigenen Container, etwa wenn sie als eigene Anwendung programmiert ist oder mehr Leistung braucht. Den Betrieb übernimmt dann zum Beispiel, wer sie gebaut hat, oder ein spezialisierter Dienstleister.
- Baukasten: Hosting, Gestaltung und Pflege stecken im selben Abonnement. Welche Folgen das für einen späteren Wechsel hat, zeigt der Vergleich Baukasten oder Webagentur.
Zum Hosting gehört mehr als Speicherplatz: ein Zertifikat für die verschlüsselte Verbindung (https), regelmässige Sicherungen und die Aktualisierung der Software auf dem Server. Wer das übernimmt, sollte schriftlich feststehen. Womit Sie danach laufend rechnen, zeigt die Preisseite unter laufende Kosten einer Website.
E-Mail mit eigener Domain
Dass Website und E-Mail dieselbe Domain tragen, heisst nicht, dass sie auf demselben Server laufen. Die Postfächer können beim Hosting-Anbieter liegen, bei einem Mail-Anbieter oder in einem Office-Paket; welcher Server die Mails für Ihre Domain annimmt, legt allein das DNS fest.
Was zu einer E-Mail mit eigener Domain gehört
- Postfächer: Speicherplatz für eingehende und gesendete Nachrichten, abrufbar im Mailprogramm, auf dem Handy und oft auch im Browser.
- Servernamen für Posteingang und Postausgang: Sie stehen in den Einstellungen Ihrer Mailprogramme. Häufig ist es ein Name unter Ihrer eigenen Domain, etwa mail vor dem Domainnamen. Genau dieser Name wird bei einem Wechsel leicht übersehen.
- Schutz vor gefälschten Absendern: Ein SPF-Eintrag im DNS legt fest, welche Server im Namen Ihrer Domain Mails verschicken dürfen. Dazu kommen je nach Mail-Anbieter weitere Einträge, die Ihre Nachrichten als echt ausweisen.
DNS: wie alles zusammenhängt
Die Einträge einer Domain bilden zusammen die Zone. Sie liegt auf den Nameservern Ihres Anbieters; welche Nameserver zuständig sind, ist bei der Registry hinterlegt. Für eine gewöhnliche Firmenwebsite genügen wenige Arten von Einträgen:
- A-Eintrag: nennt die IP-Adresse des Servers, auf dem die Website läuft.
- AAAA-Eintrag: dasselbe für eine Adresse im neueren Format IPv6.
- CNAME: verweist einen Namen auf einen anderen, etwa www auf die Domain selbst.
- MX-Eintrag: nennt den Server, der Mails für Ihre Adressen annimmt.
- TXT-Eintrag: Text für bestimmte Zwecke, etwa SPF oder den Nachweis gegenüber einem Dienst, dass Ihnen die Domain gehört.
Jeder Eintrag trägt eine Gültigkeitsdauer, die TTL. So lange dürfen andere Server die Antwort zwischenspeichern; eine Änderung wirkt deshalb nicht überall im selben Augenblick. Werden die Nameserver einer Domain ausgewechselt, etwa beim Wechsel des Anbieters, kann es laut Switch je nach Einrichtung der bisherigen Nameserver einige Stunden oder sogar Tage dauern, bis überall die neuen antworten.
Kurz gesagt
Der Unterschied liegt in der Aufgabe: Die Domain ist der Name, das Hosting stellt die Website bereit, und die E-Mail ist ein eigener Dienst unter demselben Namen. Im DNS führt der A-Eintrag zur Website, der MX-Eintrag zur E-Mail. Hängt kein Name der E-Mail am Eintrag der Website, lässt sich die Website ohne Unterbruch der E-Mail wechseln.
Anbieterwechsel: was mit DNS und E-Mail geschieht
Schwierigkeiten entstehen selten beim Umzug der Website selbst, sondern an den Rändern: Ein unbeachteter Eintrag zieht die E-Mail mit, oder ein Vertrag wird gekündigt, an dem die Postfächer noch hängen. In mehreren Projekten von Apex Design zog nur die Website um, Domain und E-Mail blieben beim bisherigen Anbieter. Aus dieser Praxis und den Regeln des DNS ergibt sich diese Reihenfolge:
- Zone festhalten. Vor jeder Änderung alle Einträge der Domain auslesen und ablegen, nicht nur den Eintrag für die Website.
- Mail-Namen sichern. Oft ist der Servername aus den Mailprogrammen nur ein Verweis (CNAME) auf die Domain. Zieht die Domain um, zieht er unbemerkt mit: Abrufen und Senden brechen ab, und zeigt der MX-Eintrag auf ihn, kommen keine Mails mehr an. Manchmal fehlt der Name, und ein Platzhalter-Eintrag beantwortet jeden Namen. Deshalb bekommen die Mail-Namen zuerst einen festen Eintrag mit der bisherigen Adresse.
- Ziel des MX-Eintrags prüfen. Nennt er die Domain selbst oder fehlt er ganz, gehen die Mails an die Adresse der Domain, nach der Umstellung also an den neuen Webserver. Dann bekommt der Mailserver zuerst einen eigenen Namen mit der bisherigen Adresse, und ein MX-Eintrag zeigt auf ihn. Mailprogramme, die die Domain selbst als Server nennen, werden auf diesen Namen umgestellt.
- Dann die Website umstellen. Der A-Eintrag der Domain zeigt auf den neuen Server; ein AAAA-Eintrag wird ebenso umgestellt oder entfernt, sonst landen Besucher mit IPv6 weiter auf der alten Website. Der Name www folgt, wenn er ein Verweis auf die Domain ist; sonst wird sein Eintrag ebenfalls umgestellt. MX und die übrigen Mail-Einträge bleiben dabei unverändert. Nennt der SPF-Eintrag die Domain selbst (a), gehört er danach geprüft, weil dieser Teil nun auf den neuen Webserver zeigt.
- Direkt nachprüfen. Website, www, Mail-Namen, MX, TXT und gegebenenfalls AAAA bei den zuständigen Nameservern abfragen, nicht nur über einen Zwischenspeicher, der noch alte Antworten kennt.
- Nichts zu früh kündigen. Solange die Postfächer beim bisherigen Anbieter liegen, braucht es diesen Vertrag weiter.
Soll auch die E-Mail umziehen, ist das ein eigenes Vorhaben: Postfächer beim neuen Anbieter anlegen, bestehende Nachrichten übertragen, erst dann den MX-Eintrag umstellen und die Mailprogramme neu einrichten.
Bekommt die Website bei dieser Gelegenheit neue Seitenadressen, gehört die Weiterleitung der alten Adressen dazu. Worauf es dabei ankommt, erklärt der Ratgeber Relaunch ohne Rankingverlust.
Serverstandort: Schweiz oder Europäischer Wirtschaftsraum
Über eine Website fliessen Personendaten, etwa aus einem Kontaktformular. Steht der Server im Ausland, werden diese Daten ins Ausland bekanntgegeben. Nach Art. 16 Abs. 1 DSG ist das erlaubt, wenn der Bundesrat festgestellt hat, dass die Gesetzgebung des betreffenden Staates einen angemessenen Schutz gewährleistet; die Liste dieser Staaten steht in Anhang 1 der Datenschutzverordnung.
Nach Art. 19 Abs. 4 DSG teilt der Verantwortliche der betroffenen Person in diesem Fall auch den Staat mit. Der Standort des Servers gehört deshalb offen in die Datenschutzerklärung, ebenso Dienste, über die die Website ausgeliefert wird.
Der Standort bei Apex Design
Für die Websites, die Apex Design betreibt, steht der Server in Deutschland, also im Europäischen Wirtschaftsraum und in einem Staat, den Anhang 1 der Datenschutzverordnung aufführt. Je nach Einrichtung der Domain liefert zusätzlich Cloudflare die Seiten aus und wehrt Angriffe ab; dieses Netzwerk hat Standorte auf der ganzen Welt. Was der Betrieb sonst umfasst, steht unter Betrieb und Wartung.
Keine Rechtsberatung
Dieser Artikel gibt einen Überblick über Begriffe und die einschlägigen Bestimmungen des Datenschutzrechts. Ob Ihre eigene Datenschutzerklärung vollständig ist, klären Sie im Zweifel mit einer Fachperson.
Weitere Fragen vor einem Umzug beantwortet die Übersicht über alle Ratgeberartikel.
FAQ
Häufige Fragen zu Domain und E-Mail
Der MX-Eintrag im DNS Ihrer Domain sagt anderen Mailservern, wohin sie Nachrichten für Ihre Adressen zustellen. Fehlt er nach einem Wechsel oder zeigt er auf den falschen Server, kommen keine Mails mehr an, obwohl die Website läuft. Deshalb wird vor der Umstellung geprüft, wohin er zeigt: Nennt er die Domain selbst oder einen Namen, der bloss auf sie verweist, bekommt der Mailserver zuerst einen eigenen Namen mit festem Eintrag und der bisherigen Adresse.
Ja. Website und E-Mail sind getrennte Dienste, die nur dieselbe Domain nutzen; für den Wechsel der Website wird meist nur der Eintrag geändert, der auf den Webserver zeigt. Vorher ist zu klären, ob der Servername Ihrer Postfächer oder der MX-Eintrag an der Domain hängt. Ist das so, bekommt der Mailserver zuerst einen eigenen, festen Eintrag mit der bisherigen Adresse. Den Vertrag für die Postfächer kündigen Sie erst, wenn Ihre Mails nicht mehr dort liegen.
Bei einem der anerkannten Registrare. Die zentrale Registrierungsstelle für .ch und .li ist Switch; registriert wird aber nur über die Registrare, deren Liste Switch auf nic.ch veröffentlicht, zusammen mit einer Abfrage, ob ein Name noch frei ist. Viele Hosting-Anbieter sind zugleich Registrar. Achten Sie darauf, dass die Domain auf den Namen Ihres Betriebs eingetragen wird.
Quellen
- Fragen und Antworten zu Domain-Namen (öffnet in neuem Tab)Switch, Registrierungsstelle für .ch und .li, nic.ch, abgerufen am
- RFC 1034: Domain Names, Concepts and Facilities (öffnet in neuem Tab)Internet Engineering Task Force (IETF), rfc-editor.org, abgerufen am
- RFC 3596: DNS Extensions to Support IP Version 6 (AAAA-Einträge) (öffnet in neuem Tab)Internet Engineering Task Force (IETF), rfc-editor.org, abgerufen am
- RFC 5321: Simple Mail Transfer Protocol, Abschnitt 5 (MX-Einträge) (öffnet in neuem Tab)Internet Engineering Task Force (IETF), rfc-editor.org, abgerufen am
- RFC 7208: Sender Policy Framework (SPF) (öffnet in neuem Tab)Internet Engineering Task Force (IETF), rfc-editor.org, abgerufen am
- Requirements (öffnet in neuem Tab)WordPress.org, wordpress.org, abgerufen am
- Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG), Art. 16 und 19 (öffnet in neuem Tab)Schweizerische Eidgenossenschaft, Fedlex, SR 235.1, fedlex.admin.ch, abgerufen am
- Verordnung über den Datenschutz (DSV), Anhang 1 (öffnet in neuem Tab)Schweizerische Eidgenossenschaft, Fedlex, SR 235.11, fedlex.admin.ch, abgerufen am
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